Archiv der Kategorie: Erste Schritte

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Ein kleiner Unterschied, der einen Unterschied macht…

Mitarbeitende wertschätzen

Eine schöne Geschichte einer Kursteilnehmerin:

„Im Rahmen eines Mitarbeitergesprächs habe ich mich bei einer Mitarbeiterin bedankt für ihren Einsatz am Arbeitsplatz und ganz besonders für ihre Unterstützung von Kollegen anderer Abteilungen, die sie von sich aus leistet ohne Aufforderung meinerseits und ohne diese Unterstützung an die große Glocke zu hängen. Es ist mir auf Umwegen zu Ohren gekommen, dass sie ohne zu zögern einspringt bei Engpässen und auch Tätigkeiten übernimmt, die nicht zu ihrem Arbeitsbereich gehören.

Im ersten Moment zeigte sie sich überrascht von meiner Kenntnis und sie war zunächst etwas irritiert. Ich habe die Mitarbeiterin bislang eher als kritische Persönlichkeit wahrgenommen, die sich des Öfteren benachteiligt fühlt.

Am Ende des Gesprächs hat sie sich bei mir bedankt und geäußert, dass mein Lob ganz wichtig für sie ist. Sie war sehr gerührt und hatte zu meiner Überraschung tatsächlich Tränen in den Augen.

 Was hat funktioniert:

  • Die positiven Eigenschaften der Mitarbeiterin wurden fokussiert und ihre Stärken angesprochen.
  • Die Motivation der Mitarbeiterin ist in meinen Augen nochmals verbessert worden.

 

Was habe ich besonders gut gemacht:

  • Ich habe der Mitarbeiterin ein angemessenes positives Feedback gegeben ohne Übertreibungen.
  • Sie hat sich dadurch wahrgenommen und  wertgeschätzt gefühlt.

 

Meine nächsten Schritte:
Was mir positiv auffällt, möchte ich zukünftig noch öfters aussprechen und nicht nur wohlwollend zur Kenntnis nehmen.“

Ein Praxishinweis vom Zentrum für lösungsfokussierte Führung

Besonders interessant erscheint uns, dass Wertschätzung sowohl als „miteinander nett sein“ gesehen werden kann und auch als Weg, Funktionierendes sichtbar zu machen. Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Mitarbeitenden dieses Funktionierende Element als Unterschied wahrnehmen,  der für die Führungskraft einen Unterschied macht, und damit auch, dass die Mitarbeitenden, mehr davon tun können und auch wollen.

Möchten Sie Funktionierendes sichtbar und nutzbar machen, dann lohnt es sich, den Mitarbeitenden detailliert zu erzählen, welches gezeigte Verhalten Sie schätzen und wie dies für Sie einen Unterschied macht. Dies hilft den Mitarbeitenden zu erkennen, was es ist, von dem sie mehr machen können

Zum Beispiel so: „Das hast du gut gemacht. Ich schätze es sehr, wie du die Teilnehmenden informiert hast und du die Sitzung strukturiert hast. Hilfreich fand ich u.a. die Agenda…“ im Vergleich zu nur „Das hast du gut gemacht.“

Problem- oder Lösungsfokussierung? Top, die Wette gilt…

Wetten, dass…

  1. Sie problemorientierte und lösungsfokussierte Fragen innert weniger Sekunden unterscheiden können?
  2. Sie den Unterschied zwischen problemorientierten und lösungsfokussierten Fragen auch ganz klar spüren?
  3. Und Sie sich anschliessend fragen, wie Sie mehr Lösungsfokus in Ihr Leben integrieren können?

Top, die Wette gilt!

1. Ordnen Sie folgende 10 Fragen den Kategorien „Problemorientierung“ und „Lösungsfokussierung“ zu. Fünf Fragen gehören zur einen Kategorie, 5 Fragen zur anderen.

5 Fragen Bild

Wie lange haben Sie gebraucht? Wir sind sicher, dass Sie dies schnell und richtig gelöst haben. Hier ist die Auflösung:

5 Fragen Lösung

 

2. Wählen Sie nun ein Anliegen aus, bei dem Sie Fortschritte erzielen möchten. Denken Sie an Ihr Anliegen und

  • lesen Sie sich jetzt die fünf problemorientierten Fragen laut vor. Achten Sie dabei nur darauf, wie es sich anfühlt, wenn Sie die  5 Fragen hören und 2-3 Sekunden auf sich wirken lassen. Beantworten Sie die Fragen nicht.
  • Lesen Sie sich anschliessend die fünf lösungsfokussierten Fragen laut vor und achten Sie darauf, wie sich diese anfühlen.

Welche Unterschiede haben Sie entdeckt?

In unseren Seminaren erzählen uns die Teilnehmenden bei dieser Übung ausnahmslos, dass sich die problemorientierten Fragen schwer anfühlen, dass Sie eher handlungsunfähig machen, dass es vorwiegend um Dinge geht, die nicht mehr beeinflusst werden können und nunmal so sind. Wogegen die lösungsfokussierten Fragen Hoffnung geben, sich leicht anfühlen, damit bereits erste Ideen entstehen, diese somit handlungsfähiger machen sowie die Teilnehmenden bei diesen Fragen Zuversicht und eine Art Aufbruchstimmung verspüren.

Welche Unterschiede haben Sie entdeckt? Unabhängig davon, wie Sie diese benennen, sind wir sicher, dass Sie den Unterschied der beiden Fragearten klar spüren!

3. Von welchen Fragen – problemorientierten oder lösungsfokussierten – möchten Sie mehr in Ihrem Leben? Und wann beginnen Sie damit, sich diese konsequent zu stellen?

Mit dem Kartenset „Lösungen au der Spur – 50 wirkungsvolle Fragen für Führungskräfte“ haben Sie ein einfaches Werkzeug mit 50 lösungsfokussierten Fragen für Ihre Praxis. Wenn Sie mehr über Lösungsfokus lernen möchten, bietet das Buch „Lösungen auf der Spur – Wirkungsvolle Führung dank Lösungsfokus“ einen guten Einstieg.

Zwei lösungsfokussierte Kurzgeschichten…

Wir freuen uns immer sehr über Rückmeldungen unserer Teilnehmenden, von Leserinnen und Lesern des Buches,  Anwendenden des Kartensets, Führungskräften und allen anderen, die lösungsfokussierte Geschichten erleben.

Hier zwei lösungsfokussierte Kurzgeschichten von Rico Kunz, Direktor des Hotel Post in Sargans, welcher einen 2-Tages-Workshop „Lösungsfokussierte Führung“ besucht hat und danach seine ersten motivierenden Erfahrungen gemacht hat:

„Hallo Dominik,

du hast gesagt du hättest gerne mal eine Rückmeldung.

Ich konnte deine Ansätze schon mehrmals anwenden. Dies macht übrigens viel Freude, im Speziellen dann, wenn man merkt dass es was gebracht hat. Ich merke aber auch dass diese Ansätze viel Übung und Erfahrung brauchen, bis man sie wirklich beherrscht. Übung macht den Meister.

Zwei erfolgreiche Beispiele
Ich konnte Lösungsfokussierung bei einem Kollegen sowie einem Mitarbeitergespräch erfolgreich einsetzen:

  1. Einer meiner Freunde hatte im Geschäft Probleme mit einem Vorgesetzten und wollte aus diesem Grund bei diesem Unternehmen voreilig kündigen. Er kam zu mir und wollte einen Rat, worauf ich jedoch ohne die Situation genau zu kennen, nicht einfach etwas sagen wollte. Aus diesem Grund stellte ich ihm einige ausgewählte lösungsfokussierte Fragen. Nach circa vierzig Minuten kam er von sich aus zum Entschluss, dass es noch bessere Wege gibt, als einfach alles hinzuwerfen. Im Moment scheint er wieder viel besser mit seinem Vorgesetzten auszukommen und will auch nicht mehr kündigen.
  2. Ich erzählte dir bereits im Workshop von diesem Fall. Zwei gut arbeitende Mitarbeite hatten Streit und sahen keinen vernünftigen Weg diesen beizulegen. Da entschied ich mich wiederum für deine Fragen und Tools im speziellen für das Tagebuch des Funktionierenden. Mittels mehrerer kurzer Coachings von jeweils ca. 15 – 30 Minuten und dem Einsatz des Tagebuchs gelang es uns, die zwei Streithähne einigermassen zu versöhnen. Sie werden sicher nicht mehr super Freunde, können jedoch miteinander arbeiten. Im Tagebuch hatten Sie die Aufgabe immer die guten Sachen aufzuschreiben. z.b. gemeinsame erfolgreiche Arbeiten, etc.

Gruss Rico“

Schöne Lernerfahrungen einer Studentin, die den lösungsfokussierten Ansatz zum ersten Mal in einem Change-Projekt anwendet.

Schöne Lernerfahrungen einer Studentin, die den lösungsfokussierten Ansatz zum ersten Mal in einem Change-Projekt anwendet. Und es zeigt sich wieder „It’s simple, but not easy!“: Es lohnt sich sehr die einfachen lösungsfokussierten Grundsätze anzuwenden und in der Umsetzung ist dies gar nicht so einfach!

„The SF process was difficult – I found that when discussing current conditions I often wanted to focus on the past! – but effective. Sticking to the agenda of focusing on the current conditions, future conditions, strengths, scaling, and commitment levels at each client meeting was the hardest part. Learning to listen and guide the conversation by using the right language was challenging but efficient in continuing the process. One thing I need to focus on in order to further develop is making sure I use affirmative language, and ensure that topics and themes are discussed are actionable terms. I gained a lot of confidence by learning something completely new!

Und hier die ganze Geschichte erzählt von David E. Weber:

„Hello. This semester (January to May 2015) I worked with a fourth-year student named Sara on a directed individual study (D.I.S.) project. This kind of project involves a professor working one-to-one with a student in order for the student to learn, often experientially, what he or she would not necessarily learn in the classroom.

Sara spent 16 weeks with me last semester (August to December 2014) as one of 16 students enrolled in an organizational communication module. Over a period of several days, I taught the basic „pieces of the puzzle“ for taking an SF approach to facilitating change. More than any other student, Sara wanted to try out and amplify, expand and extend those basic skills. So she arranged for a D.I.S. this semester, and arranged to serve as a solutions-focus consultant with a local church that was facing some challenges revolving around change.

Sara and I would meet once a week. I would coach her on learning a certain set of steps that she would then, a day or two later, perform during a meeting with members of the client organization (primarily working with the pastor of the church). At our next session, we would debrief her experience, and then I would coach her in learning the next set of steps. And so it went.

Sara completed the four-month consulting project about a week ago. Today she submitted to me a project report, several pages long. From that report, I would like to share the following paragraph, in which Sara reflects on her hands-on experience learning and working with SF tools:

„Doing this D.I.S. has been one of the best learning experiences I have ever had. It was a great opportunity to learn a process and then be able to practice it. I discovered that I really enjoyed consulting even though it was a lot different than I thought it would be. The SF process was difficult–I found that when discussing current conditions I often wanted to focus on the past!–but effective. Sticking to the agenda of focusing on the current conditions, future conditions, strengths, scaling, and commitment levels at each client meeting was the hardest part. Learning to listen and guide the conversation by using the right language was challenging but efficient in continuing the process. One thing I need to focus on in order to further develop is making sure I use affirmative language, and ensure that topics and themes are discussed are actionable terms. I gained a lot of confidence by learning something completely new!“

Thanks to all of YOU for inspiring me to work with Sara in this project. Sara did all the work, however; I never met the client, or even talked with organizational personnel on the phone.

David W.“

David E. Weber, Ph.D.
Associate Professor,
Communication Studies
U of North Carolina Wilmington
601 South College Road
Wilmington NC 28403 U.S.A.
Tel. (direct line) 01.910.962.3396
Email: weberd@uncw.edu

Danke, lieber David, dass wir deinen Beitrag hier abdrucken und zeigen können, dass es sich lohnt, lösungsfokussiert zu arbeiten!

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Die ersten lösungsfokussierten Schritte – Rose statt Kaktus

Die Erfahrungsberichte von Führungskräften in der Rubrik Erste Schritte sollen dich ermutigen, deine ersten lösungsfokussierten Schritte zu gehen, lösungsfokussierte Werkzeuge auszuprobieren und deinen individuellen Weg zu beschreiten.

Start before you are ready! Im Tun erlebst du, wie dieser Ansatz funktioniert und lernst, wie du ihn für dich sinnvoll einsetzen kannst. Berichte uns doch von deinen ersten Erfahrungen. Was hat bei dir besonders gut funktioniert?

Hier folgt der 3. Erfahrungsbericht.

Rose statt Kaktus

Der Fehler-Kaktus kehrt zurück – Das kann doch nicht sein!
Im Jahr 1994 wechselte unsere Firma ihren Standort, wir bezogen erstmals ein Großraumbüro in dem ca. 100 Mitarbeiter gemeinsam auf einer Etage arbeiteten. Ich erinnere mich gut an diese Zeit und speziell an zwei Gegebenheiten. Zum einen war da unser Chef, der einführte, dass bei jeder erfolgreich fertiggestellten Implementierung das entsprechende Team mit einer Flasche Wein belohnt wurde. Die Übergabe wurde an einer Teamsitzung zelebriert und die Freude beim beschenkten Team war gross. Das entsprechende Team war stolz und alle konnten spüren, wie die Teams in dieser hektischen Zeit durch diese Geste zusammengeschweisst wurden.

Es existierte jedoch noch eine andere Bewegung. Bei einem Fehler wurde in der wöchentlichen Statussitzung ein kleiner Kaktus vergeben, welcher am betroffenen Arbeitsplatz des Mitarbeiters aufgestellt wurde. Dieser Fehler-Kaktus blieb solange an diesem Ort, bis ein anderer Mitarbeiter einen Fehler machte. Die ersten lösungsfokussierten Schritte – Rose statt Kaktus weiterlesen

Wunder

Die ersten lösungsfokussierten Schritte – Erfahrungen eines Teamleiters mit der Wunderfrage

Die Erfahrungsberichte von Führungskräften in der Rubrik Erste Schritte sollen dich ermutigen, deine ersten lösungsfokussierten Schritte zu gehen, lösungsfokussierte Werkzeuge auszuprobieren und deinen individuellen Weg zu beschreiten.

Start before you are ready! Im Tun erlebst du, wie dieser Ansatz funktioniert und lernst, wie du ihn für dich sinnvoll einsetzen kannst. Berichte uns doch von deinen ersten Erfahrungen. Was hat bei dir besonders gut funktioniert?

Hier folgt der 2. Erfahrungsbericht! (Hier geht’s zum ersten Erfahrungsbericht)

Die ersten Erfahrungen mit der Wunderfrage

Ich leite seit einigen Jahren ein Team im IT-Bereich und möchte Ihnen meine ersten beiden Erfahrungen mit der Wunderfrage schildern. Die ersten lösungsfokussierten Schritte – Erfahrungen eines Teamleiters mit der Wunderfrage weiterlesen

skala

Die ersten lösungsfokussierten Schritte – Erfahrungen eines Teamleiters I

It’s simple, but not easy!

Der lösungsfokussierte Ansatz ist wahrlich simpel und gleichzeitig gar nicht so einfach, wie es auf den ersten Blick scheint. Vor allem zu Beginn stellt sich die Gretchen-Frage: Wie kann ich diesen in meinen Führungsalltag integrieren?

Deshalb wollten wir wissen, wie die ersten lösungsfokussierten Schritte von Führungskräften konkret verlaufen. Welche ersten Erfahrungen machen Vorgesetzte? Was funktioniert gut? Welche Fragen stellen sich? Welche Lernerfahrungen treten ein?

Die Erfahrungsberichte von Führungskräften in der Rubrik Erste Schritte sollen dich ermutigen, deine ersten lösungsfokussierten Schritte zu gehen, lösungsfokussierte Werkzeuge auszuprobieren und deinen individuellen Weg zu beschreiten.

Und los geht’s!

 

 

Die ersten Erfahrungen eines Teamleiters 

„Ich leite seit einigen Jahren ein IT-Entwicklungsteam, welche eine Kommunikationsplattform betreut, die vor etlichen Jahren aufgebaut und in den letzten Jahren stetig modernisiert wurde. Mit meinem Team von sieben Spezialisten entwickeln, betreiben und betreuen wir diese Plattform vollumfänglich.

Vor drei Jahren wurde bei unserem Investor, welcher selbst eine IT-Abteilung führt, ein zusätzliches Team aufgebaut, welches in vielen Bereichen dieselben Dienstleistungen erbringt wie mein Team. Die in weiten Teilen gleichen Dienstleistungen Die ersten lösungsfokussierten Schritte – Erfahrungen eines Teamleiters I weiterlesen