Mit positiven emotionalen Erfahrungswerten zur gewünschten Zukunft

Wir freuen uns, dass unser Beitrag Lösungsfokussierte Führung – Mit positiven emotionalen Erfahrungswerten zur gewünschten Zukunft im neuen Buch Emotion und Intuition in Führung und Organisation erschienen ist.

BuchcoverEmotionen

„Renommierte Autoren und Autorinnen aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen und der Praxis geben Denkanstöße sowie konkrete Handlungshinweise für eine moderne, gerechte und erfolgreichere Führung sowie Organisationsgestaltung. Führungskräfte, CEOs und deren Berater lernen, die Bedeutung von Emotionen und Intuitionen für Arbeitsbedingungen und soziale Beziehungen zu verstehen sowie deren grundlegenden Einfluss auf organisationale Veränderungen zu begreifen.“

Ziel unseres Buchkapitels ist es, Ideen und Denkanstöße zu liefern, wie durch lösungsfokussierte Führung positive emotionale Erfahrungswerte geschaffen bzw. aktiviert werden können, die zu zielorientierten und handlungswirksamen Entscheidungen führen.

Auszug aus dem Buchbeitrag:

„Lösungsfokussierte Führung ist äußerst effektiv, da sie bewusste und unbewusste Entscheidungsprozesse unterstützt und die Selbstwirksamkeitsüberzeugung der Mitarbeitenden stärken kann. Dies erhöht nicht nur das Engagement der Mitarbeitenden, sondern führt auch zu nachhaltig guten Lösungen. Führungskräfte zeichnen sich bei diesem Verständnis, vereinfacht formuliert, dadurch aus, dass sie die richtigen Fragen stellen, welche die Mitarbeitenden von der Problemebene auf die Lösungsebene führen. Führungskräfte tun dies, indem sie, anstatt Probleme zu analysieren, auf die gewünschte Zukunft und nächste kleine Schritte fokussieren sowie das bereits Funktionierende und die vorhandenen Ressourcen ihrer Mitarbeitenden sichtbar und nutzbar machen.“

(…)

„Werden die oben beschriebenen Annahmen und Werkzeuge einer lösungsfokussierten Führung auf Emotionen angewendet, ergeben sich folgende Handlungsleitlinien für Führungskräfte:

  • Lassen Sie gewünschte Emotionen bei sich und Ihren Mitarbeitenden zu. Versuchen Sie nicht alles zu rationalisieren. (Annahme: Was nicht kaputt ist, muss man auch nicht reparieren.)
  • Führen Ihre Handlungen dazu, dass bei Ihnen oder Ihren Mitarbeitenden Emotionen entstehen, die für die Erreichung der gewünschten Zukunft hinderlich sind, sollten Sie etwas anderes tun und nicht mehr desselben. Beobachten Sie Ihre Körperreaktionen sowie die Ihrer Mitarbeitenden. Dadurch erhalten Sie wertvolle Hinweise über mögliche Emotionen. Seien Sie jedoch vorsichtig mit voreiligen Schlussfolgerungen und Bewertungen, und fragen Sie lieber nach. (Annahme: Wenn etwas nicht funktioniert, sollte man etwas anderes probieren. Werkzeug: Die Lösungsbereitschaft erhöhen.)
  • Führen Ihre Handlungen zu Emotionen, die Ihnen helfen zur gewünschten Zukunft zu gelangen, sollten Sie mehr davon tun. Beobachten Sie die eigenen Körperreaktionen und diejenigen Ihrer Mitarbeitenden und fragen Sie nach. Hierdurch können Sie weitere interessante Hinweise zur Verstärkung erwünschter und als positiv bewerteter Emotionen sammeln, die das Erreichen der gewünschten Zukunft noch wahrscheinlicher machen. (Annahme: Das, was funktioniert, sollte man häufiger tun. Werkzeug: Funktionierendes erkennen.)
  • Gehen Sie in kleinen Schritten vor, beziehungsweise helfen Sie Ihren Mitarbeitenden, kleine Schritte zu definieren. Kleine Schritte stärken die Zuversicht und das Selbstvertrauen. Die Selbstwirksamkeitsüberzeugung der Mitarbeitenden wird dadurch gestärkt, und damit auch ihre Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen. (Annahme: Kleine Schritte können zu großen Veränderungen führen. Werkzeug: Kleine Schritte festlegen.)
  • Fokussieren Sie auf die gewünschte Zukunft, anstatt Probleme zu analysieren. Die Analyse von Problemen ist oft mit Schuldzuschreibungen verbunden, die im emotionalen Erfahrungsgedächtnis veränderungshinderliche Referenzwerte aktivieren können. Das Fokussieren der gewünschten Zukunft kombiniert mit der Erarbeitung kleiner nächster Schritte hingegen führt häufig zu Sinngebung, Vertrauen und erhöhter Zuversicht, was wiederum lösungsförderliche Emotionen sowie eine positive Aufbruchstimmung auslösen kann und damit positive Referenzwerte im emotionalen Erfahrungsgedächtnis setzt. (Annahme: Die Lösung hängt nicht zwangsläufig mit dem Problem direkt zusammen. Werkzeug: Die gewünschte Zukunft fokussieren.)
  • Sprechen Sie mit Ihren Mitarbeitenden über Ziele, die gewünschte Zukunft, Funktionierendes, kleine nächste Schritte, positive Ausnahmen, Stärken und Ressourcen. Lösungssprache stärkt das Vertrauen sowie die Zuversicht. Sie erhöht damit die Selbstwirksamkeitsüberzeugung Ihrer Mitarbeitenden und somit deren Entscheidungsfähigkeit. (Annahmen: Die Sprache der Lösungsentwicklung ist eine andere als die, die zur Problembeschreibung notwendig ist. Die Zukunft ist sowohl etwas Geschaffenes als auch etwas Verhandelbares. Werkzeuge: Die gewünschte Zukunft fokussieren, Funktionierendes erkennen.)
  • Eruieren Sie mit Ihren Mitarbeitenden die positiven Ausnahmen. Auch die schwierigsten Zeiten bestehen nicht permanent. Oft folgen auf Talsohlen Aufschwungphasen. Nutzen Sie die positiv erlebten Erfahrungen sowie die damit verbundenen Emotionen Ihrer
  • Mitarbeitenden und befragen Sie sie nach Erfolgen, die sie in der Vergangenheit erlebt haben. Wie wurden diese möglich? Was haben Ihre Mitarbeitenden dort genau gemacht? Wie haben es die Mitarbeitenden in der Vergangenheit geschafft, aus der damaligen Talsohle zu gelangen? Wie sind sie dort vorgegangen? Und vor allem: Wie haben sie sich dabei gefühlt? (Annahme: Kein Problem besteht ohne Unterlass: Es gibt immer Ausnahmen, die genutzt werden können. Werkzeug: Funktionierendes erkennen.)
  • Schaffen Sie für Ihre Mitarbeitenden Möglichkeiten für die Entstehung weiterer positiver Referenzwerte, indem Sie Funktionierendes benennen, mit Ihren Mitarbeitenden Erfolge feiern und sie so wertschätzen. (Werkzeug: Positive Aspekte durch Wertschätzung stärken.)
  • Entwickeln Sie Experimente, bei welchen Ihre Mitarbeitenden auch am Arbeitsplatz auf das Funktionierende fokussieren und so positive Erfahrungen und damit verbundene Emotionen im Alltag erleben. (Werkzeug: Experimente wagen.)“

(…)

„Durch die Werkzeuge der lösungsfokussierten Führung können also positive emotionale Erfahrungswerte geschaffen beziehungsweise aktiviert sowie die Selbstwirksamkeitsüberzeugung der Mitarbeitenden gestärkt werden. Dies wiederum führt zu zielorientierten und handlungswirksamen Entscheidungen auf dem Weg zur gewünschten Zukunft. Lösungsfokussierte Führungskräfte beeinflussen so die Qualität der Entscheidungen massgeblich. Zudem fühlen sie sich besser in Ihrer Führungsfunktion, Mitarbeitende bringen sich aktiver ein und das Unternehmensergebnis wird positiv beeinflusst.“

Czerny, Elfriede/Godat, Dominik (2015). Lösungsfokussierte Führung – Mit positiven emotionalen Erfahrungswerten zur gewünschten Zukunft. In: Fröse, Marlies/Kaudela-Baum, Stephanie/Dievernich, Frank E. (2015). Emotion und Intution in Führung und Organisation. Wiesbaden: Springer Gabler. S. 161-177.

 

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